Spektrum Wirbelsäulenmikrotherapie und -chirurgie

Perkutane Verfahren / Mikrotherapie:

CT-gesteuerte periradikuläre Therapie (PRTI) an HWS und LWS

Dieses Verfahren kommt bei Patienten mit schmerzhaftem Bandscheibenvorfall und/oder knöcherner Einklemmung der Nervenwurzel zur Anwendung. Unter Lokalanästhesie wird dabei eine Spezialnadel eingebracht und die Spitze dieser Nadel mit Hilfe des Computertomographen (CT) direkt in der Nähe der Zielstruktur (Nervenwurzel/Bandscheibenvorfall) plaziert. Mit Kontrastmittel wird die Ausbreitung der therapeutischen Substanzen kontrolliert.

 

Dann wird eine spezielle Mischung von Medikamenten eingebracht, die sowohl den Schmerz reduzieren, als auch die Reizung der Nervenwurzel reduzieren und den Bandscheibenvorfall schrumpfen sollen. Durch Zusatz eines besonderen Medikaments wird auch der Ausbildung des sogenannten Schmerzgedächtnisses entgegengewirkt.

 

 

 

Facettendenervierung mit Radiofrequenzenergie

Es handelt sich um ein mikroinvasives Verfahren zur Behandlung hartnäckiger Kreuzschmerzen, die sich auf Verschleißerscheinungen an den kleinen Wirbelgelenken (Facettengelenken) zurückführen lassen. Nach zweimaliger Testung werden im OP unter Lokalanästhesie und leichter Analgosedierung ("Schlafspritze") die Nervenäste aufgesucht, die die Schmerzfasern der kleinen Wirbelgelenke zu den größeren Nerven leiten. Mit einem Spezialgenerator wird versucht, diese Schmerzfasern durch Radiofrequenzenergie, die über 90 Sekunden einwirkt, unempfindlich zu machen.

 

 

 

Nukleoplastie / IDET

Bei der Nukleoplastie/IDET sollen vorgewölbte Bandscheiben ("Bandscheibenprotrusion") derart geschrumpft werden, dass sie nicht mehr auf die Nervenwurzel(n) drücken. Das Verfahren kommt bei hartnäckigen Kreuzschmerzen in Frage, wenn konservative Behandlung erfolglos war. Es wird dabei nach vorangegangener Testung (Diskographie) im OP unter Lokalanästhesie und leichter Analgosedierung ("Schlafspritze") ein Katheter in die betroffene Bandscheibe eingebracht. Danach wird durch einen Spezialgenerator über 12-15 Minuten Radiofrequenzenergie appliziert.

 

 

Kyphoplastie an BWS und LWS

Bei der Kyphoplastie können gebrochene Wirbel mit einem Ballon wiederaufgerichtet werden und der dann durch den Ballon geschaffene Hohlraum durch Zement aufgefüllt werden. Dadurch wird der Wirbel schnell stabilisiert und Schmerzen durch den Wirbelbruch können rasch gelindert werden. Bei dem Verfahren werden im OP unter Allgemeinanästhesie und Röntgenkontrolle lediglich durch kleine Stichinzisionen am Rücken Ballonkatheter in die knöcherne Wirbelsubstanz eingebracht. Der Patient kann schon am Abend des OP-Tages wieder aufstehen.

 

 

 

 

 

 

Offene Verfahren / Mikrochirurgische Therapie:

mikrochirurgische Diskotomie bei Bandscheibenvorfall mit Prophylaxe periduraler Vernarbungen durch Oxiplex®-Gel

und

mikrochirurgische Dekompression des Spinalkanals bei degenerativer Spinalkanalstenose mit Vernarbungsprophylaxe durch Oxiplex®-Gel

Bei großen Bandscheibenvorfällen und knöchernen Einengungen des Wirbelkanals kann es notwendig werden, die Nervenwurzel(n) operativ zu befreien (Dekompressionsoperation). Es ist möglich, dies nur mit kleiner Inzision und nur minimaler Spaltung von Muskel- und Bindegewebsschichten unter dem Operationsmikroskop durchzuführen (mikroskopische Technik). Nach der Entlastung der Nervenwurzel wird bei orthós routinemäßig Oxiplex®-Gel eingebracht. Hierdurch soll das Risiko der postoperativen Narbenbildung reduziert bzw. minimiert werden.

 

 

 

künstlicher Bandscheibenersatz (Bandscheibenprothese) an HWS und LWS

Bei Bandscheibenvorfällen und Bandscheibenverschleiß, die die komplette Pufferungssubstanz der Bandscheibe aufgebraucht haben, kann es sinnvoll sein, die Bandscheibe durch ein bewegliches Implantat (Bandscheibenprothese) zu ersetzen. Hierdurch kann eine Operation mit Versteifung der Bandscheibe vermieden werden. Wir führen diese Operation an der Hals- und Lendenwirbelsäule unter Verwendung von Implantationssystemen durch, die einen möglichst schonenden Zugang zur Wirbelsäule gewährleisten.

 

mikrochirurgische Fusion mit Cage-Abstützung bei Instabilität der Wirbelsäule im Rahmen von Verschleißerkrankungen (z.B. Wirbelgleiten = Spondylolisthesis)

Bei Instabilitäten der Wirbelsäule kann es notwendig werden, dass die betroffenen Bandscheiben überbrückt werden. Das heißt, dass die benachbarten Wirbel fest miteinander verbunden werden. Wir bevorzugen hier die ventrale und dorsale Abstützung. Hierbei wird ein Implantat in das häufig zusammengerutschte Bandscheibenfach eingebracht, welches die Höhe der Bandscheibe wiederherstellt. Zusätzlich werden von hinten zwei Titanklammern mit Schrauben in die Wirbel eingebracht, welche die Stabilität zwischen den Wirbeln herstellen. Die Einbringung dieser Implantate sowie die häufig zusätzlich notwendige Dekompression des Wirbelkanals ist bei geeigneten Voraussetzungen neuerdings mikrochirurgisch, also mit mehreren kleinen Schnitten unter Schonung der Muskulatur, möglich.

 

Wirbelkörperersatz bei schweren Brüchen, Tumoren oder schweren Entzündungen

In Extremsituationen, z.B. bei schweren Brüchen, Tumoren oder schweren Entzündungen, ist manchmal der Ersatz von ganzen Wirbeln und den angrenzenden Bandscheiben notwendig. Hier muß in der Regel von vorne und von hinten an der Wirbelsäule operiert werden. Es werden dann Titanimplantate von vorne zum Ersatz der Wirbel und Bandscheiben eingebracht. Von hinten wird die Verbindung der gesunden Wirbel zum Titanwirbelkörperersatz mit sogenannten Schrauben-Stab-Systemen aus Titan gesichert. Auch bei diesen Operationen können Teile der Operation mikrochirurgisch durchgeführt werden, z.B. bei der Einbringung der Schrauben in die Wirbel. Bei schlechter Knochenqualität können diese Schrauben auch mit Zement eingebracht werden, um einen besseren Halt zu gewähren. Auch diese Zementierung der Schrauben ist von außen, d.h. ohne weite Eröffnung des Rückens, möglich.